Braunschweiger Zeitung vom 23.02.2015

MMM marschiert stramm auf das Zehnjährige zu

Im Interview erzählt Leiterin Britta Edelmann, wie sie die vergangenen zehn Jahre im Museum Mechanischer Musikinstrumente erlebt hat.

Von Sebahat Arifi

MMM marschiert stramm auf das Zehnjährige zuOb Gänsemarsch mit Martin, Ausstellungen oder Rock im Museum – seit der Eröffnung ist viel passiert. Collage: Jürgen Runo

Wie schnell zehn Jahre zusammenkommen, kann auch Britta Edelmann kaum glauben. Zeit für die Leiterin des Museums Mechanischer Musikinstrumente (MMM) in Königslutter im Interview mit Redakteurin Sebahat Arifi ein Resümee zu ziehen und Wünsche für die Zukunft zu äußern.

Frau Edelmann, seit es das MMM gibt, sind Sie dessen Leiterin. Haben Sie noch Spaß in ihrem Job ?

Ja ! Absolut ! Ich bin erstaunt, wie schnell zehn Jahre hingegangen sind. Für mich ist es extrem positiv gelaufen, dabei war ich anfangs sogar ein bisschen skeptisch, schließlich komme ich aus der klassischen Forschung und hatte keine richtige Vorstellung, wie solch ein Museum aussehen könnte. Aber als wir angefangen haben, es aufzubauen, habe ich gemerkt, wie historisch wertvoll diese Sammlung war.

Wie hat denn alles begonnen ?

Eigentlich ging es darum, die ehemals private Sammlung zu retten. Das war Ende 2002. Bis geeignete Räume gefunden wurden, die ersten Instrumente kamen... Eröffnet haben wir im Sommer 2005. Das Zehnjährige feiern wir im Juli mit einem Tag der offenen Tür und viel Programm.

Wie haben sich die Besucherzahlen entwickelt ?

Die sind im Laufe der Jahre auf jeden Fall mehr geworden. Es hat sich sogar ein richtiger Stammkreis gebildet mit Grenzen bis Magdeburg und Halberstadt, Südharz bis Göttingen, Hildesheim und Gifhorn. Dazu kommen die Kenner, die gezielt auch von weiter her kommen. Momentan haben wir uns konstant bei etwa 10 000 Besuchern pro Jahr eingependelt. Zu Beginn hieß es, das wäre der Idealzustand. Mich erstaunt es, dass wir das so lange halten konnten.

Was glauben Sie, woran liegt das ?

Für uns ist natürlich schön, dass viele in der Gruppe kommen. Außerdem sind die fünf regelmäßig angebotenen Führungen gut und wichtig, weil da eben jemand ist, der einem die Sachen erläutern kann. Ich glaube, ich habe in der ganzen Zeit noch nie jemanden gehabt, der es ganz doof fand. Im Gegenteil: Die Leute erzählen, erinnern sich und bieten uns sogar eigene Schätze an.

Benötigen Sie denn noch Instrumente ?

Wir nehmen keine großen Orchestrien oder Truhen mehr, davon haben wir genug, alles ist jetzt auch restauriert. Mittlerweile sind kleinere Instrumente interessant, der Fokus liegt mehr auf den Feinheiten. Wenn man so will, wollen wir die Technik ausbauen und nicht mehr die Kuriositäten.

Was ist noch in Planung ?

Termine im MMM

Sonntag, 17. Mai: 11 bis 17 Uhr
„Ihre Ohren werden Augen machen“, Internationaler Museumstag

Freitag, 5. Juni: 17 bis 24 Uhr
„Rock im Museum“

Sonntag, 5. Juli: 11 bis 17 Uhr
„Wer hat an der Uhr gedreht ? Gibt es das MMM wirklich schon zehn Jahre ?“

Samstag, 3. Oktober:11.30 Uhr und 15 Uhr
Führung für Genießer zum Tag der Deutschen Einheit

Sonntag, 8. November: 11 Uhr „
Gänsemarsch mit Martin“ – Wer erhält den „Museums-Martin“ ?

Schön wäre es, den Bekanntheitsgrad über die Region hinaus zu steigern, daran wollen wir verstärkt arbeiten, indem wir mit mehr Busunternehmen kooperieren. Wir haben zwar tolle Räume, aber wenn ich mir noch was wünschen könnte, wäre es mehr Platz, denn langsam wird es eng. Ach ja, und natürlich hoffe ich, dass unsere Instrumente noch lange durchhalten.

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